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FSFF: Fans und Filme – eine Zwischenbilanz

Manchmal ist beim Fünf Seen Film Festival auf den ersten Blick nicht ganz klar, warum der eine Film viel Beachtung erhält, während der andere nahezu unbemerkt am Publikum vorbeirauscht: Im Kino Seefeld ist der obere (größere) Saal am Sonntagabend für die angebliche Weltpremiere von „Achtzehn – Wagnis Leben“ reserviert, die Fortsetzung der Langzeit-Dokumentation „Vierzehn“ von Cornelia Grünberg über junge Mütter. 

Der gewiss sehr beachtliche Film ist gut besucht, auch wenn die „Weltpremiere“ tags zuvor bereits in Starnberg stattgefunden hat – doch das eigentlich Bedauerliche ereignet sich indirekt, in der „Lounge“ im Erdgeschoss: Dort versendet sich vor rund dreißig dicht gedrängt sitzenden Zuschauern gerade der vielleicht beste Film des gesamten Festivals, die georgisch-estische Koproduktion „Tangerines“ von Zaza Urushadze. Es ging offenbar nicht anders. Die räumlichen Kapazitäten im kleinen Saal waren arg begrenzt, die „Weltpremiere“ erhielt Vorfahrt – und doch: Hätte das im Wettbewerb um den Publikumspreis laufende, kammerspielartige Meisterwerk gewiss ein enormes Echo erzielt, wenn es nicht nur einmal spät abends in Starnberg (21:15 Uhr) und einmal bei viel zu wenigen Plätzen gezeigt worden wäre: „Tangerines“ ist womöglich der weiseste Film, der über das Phänomen Krieg jemals gedreht wurde – „ein Film, der noch lange nachwirkt“, wie die in Seefeld anmoderierende Lina zu Recht feststellt. Man kann nur hoffen, dass dieser Film endlich einen Verleiher findet und er ein breiteres Publikum erreicht – auch in den Landkreis-Kinos nach Ende des Festivals.

Der Breitenwirkung ist es sicherlich zuträglich, wenn im Publikumswettbewerb die etwas „ausgereifteren“ Beiträge vertreten sind als in der Hauptkonkurrenz um den FSFF-Filmpreis, der ja erklärtermaßen Newcomern eine Chance bieten will. Dennoch ist es auch hier enorm schwierig, im dichten Programm des Festivals alle Kandidaten des Hauptwettbewerbs zu sehen und sich einen Überblick zu verschaffen – je zwei Mal hat man die Chance. Die „Perlen“ aber teilen die regelmäßigen Kinogänger einander per Flüster-Propaganda mit: „Recycling Lily“ (Publikumspreis), „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ (Publikumspreis) werden immerhin auch nach dem Festival noch irgendwann im regulären Breitwand-Programm laufen, beim japanischen Beitrag „Like Father, Like Son“ sieht es nicht so aus.

Andere Filme wie „Landauer“ oder Barbara Webers Beobachtung der Oberammergauer Musikgruppe „Kofelgschroa“ sind als Co-Produktionen demnächst auch im Bayerischen Fernsehen zu erwarten, das tröstet diejenigen, die was verpasst haben. Man kann eben nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein. Das bekommt nur Festival-Chef Matthias Helwig hin – offenbar per Raum-Transmitter. Sein aktueller Lieblingsfilm müsste wohl heißen: „Schlaflos im Shuttle“.
 


Die Filmtrailer auf YouTube:
• Tangerines
• Recycling Lily (Kritik auf der Kulturwelle5)
Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit
• Like Father Like Son
Landauer
Kofelgschroa

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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