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Culture clash comedy: Madame Mallory und der Duft von Curry

Sogenannte „Culture Clash“-Komödien füllen seit einigen Jahren zuverlässig die Kinos – beim einstigen „Chocolat“-Regisseur Lasse Hallström lautet diesmal die Spielansetzung Frankreich gegen Indien, und was soll man zu „Madame Mallory und der Duft von Curry“ sagen? Dafür, dass derzeit rund 20 Prozent der Franzosen den ausländerfeindlichen „Front National“ wählen, geht die Auseinandersetzung zweier Koch-Traditionen recht glimpflich aus.

Die Familie Kadam hat wegen politisch-ethnischer Unruhen vor einiger Zeit ihre indische Heimat Richtung England verlassen müssen. Doch weil das britische Gemüse für die kulinarischen Ideen der Kadams „zu wenig Seele“ hat, machen sie sich zum Kontinent auf und landen dort nach einer Autopanne schließlich in einem südfranzösischen Dorf. Ausgerechnet vis-à-vis des weit und breit besten französischen Restaurants „Le Saule Pleureur“ der Madame Mallory (Helen Mirren) entdeckt das Familienoberhaupt der Kadams (Bollywood-Superstar Om Puri) eine zum Kauf stehende Ruine, die er zum Konkurrenz-Lokal aufbaut – seine Trumpfkarte dabei ist Sohn Hassan (Manish Dayal), der ein begnadetes Gespür für Gewürze hat und auf dem Weg ist, ein ganz großer Koch zu werden.

Doch Madame Mallory ist der Laden von Gegenüber natürlich ein Dorn im Auge, und so sabotiert sie schon den Start des indischen Restaurants, wo sie nur kann: Durch Leerkaufen des Gemüse-, Langusten- und Lachs-Angebots auf dem örtlichen Markt oder regelmäßige Beschwerden beim Bürgermeister, der im „Le Saule Pleureur“ praktischer Weise Stammgast ist. Der Krieg entbrennt um Lärmbelästigung, um Bauvorschriften, Tierhaltung und natürlich die Frage, wer die bessere Küche zu bieten hat. Als Hassan jedoch zarte Bande zu Madame Mallorys junger Sous-Chefin (Charlotte Le Bon) knüpft und diese ihm Lektüre zur cuisine francaise besorgt, weichen die verhärteten Fronten auf – bis Hassan die aristokratische Konkurrenz-Patronin mit einem fein gewürzten Omelette derart überzeugt, dass sie ihn seinem Vater abwirbt: Seine Karriere als Koch-Genie nimmt nun einen rasanten Verlauf. . .

Die komödiantischen Möglichkeiten dieser französisch-indischen Konstellation sind bei Lasse Hallström recht bald ausgereizt, die romantischen ebenfalls. Doch interessiert sich die Regie ganz offensichtlich mehr fürs gute Essen und dessen Inszenierung – und das wirkt durchaus Appetit anregend: Die Kamera beobachtet mit großer Neugierde sachte eingerührte Eier, schaut Hassans „Händchen“ beim Würzen zu, beobachtet Madames verzückten Gesichtsausdruck beim Omelette-Test – während solcher sinnlich-kulinarischer Sequenzen kann man im Kinosaal beinahe das Knurren von Mägen vernehmen. Ansonsten steuern Madame, Hassan und sein Curry einem absehbaren Happy End zu, wobei der abgehobenen Pariser Küche und sogar ausländerfeindlichen Tendenzen auf dem Land gleichzeitig noch Absagen erteilt werden – fein fürs französische Publikum vollführter Spagat der politischen Korrektheit: „Gewürze wecken Erinnerungen“, heißt es im Film, der ganz unschuldig das Hohelied auf die traditionelle Verwurzelung singt und so niemandem weh tut. Aber es soll ja vor allem eines: schmecken!

„Madame Mallory und der Duft von Curry“ läuft bis 27. August im Breitwand-Kino Starnberg.

www.breitwand.com
 

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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