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Vorteilspack im Alten Bahnhof Steinebach

Max ist anscheinend die Ruhe selbst, so kurz vor dem Konzert. Nur ein Bierchen zur Lockerung gönnt er sich. Es wird ein Heimspiel werden an diesem Freitagabend im Alten Bahnhof Steinebach. Vor exakt einem halben Jahr, am 22.Februar, war der 18-jährige nämlich schon mal hier, zum offiziellen „Release-Concert“ der ersten CD von „Vorteilspack“ - Titel: „Alone On An Island“.

Im Mai haben Max Grüner und Jakob Schuster den „Bandcontest der Jugendhäuser im Landkreis Starnberg“ gewonnen – damals ohne ihren im Grunde unersetzlichen dritten Mann, denn Jonas Dannecker hatte an jenem Tag Prüfungsstress. Max sagt über Jonas: „Der kann alles, was wir beiden Anderen nicht können. Er ist praktisch die Band.“ Jonas, der u.a. Klarinette spielt und damit eines der markanten Elemente bei „Vorteilspack“ ins Spiel bringt, wiegelt gleich wieder ab – jeder sei gleich wichtig in diesem Trio. Vor kurzem haben sich Max, Jonas und Jakob für eine Woche auf eine Berghütte zurück gezogen, ganz alleine und ohne Ablenkung an neuen Songs gearbeitet. „Die neue CD gibt’s dann irgendwann 2015“, sagt Max, man will sich nicht hetzen lassen. Der gerade mal 18-jährige Gilchinger und „bekennende Herrschinger“ will im nächsten Jahr in München  ein  einem Gitarre-Studium anfangen. Jonas, mit 21 Jahren der „Senior“, hat hörbar bereits eine Ausbildung an seinem Instrument hinter sich. Alle Drei kennen sich teils von der Musikschule Herrsching her, teils schon viel länger – zum Beispiel vom Kurpark, wo man bei sommerlichem Wetter ganz wunderbar abhängen und Musik machen kann: Die Danksagungen auf der ersten CD gingen konsequenter Weise auch an einige „andere Kurparkgammler für die Inspiration und all die schönen Momente“.

Von solchen „schönen Momenten“ erzählen auch etliche der Lieder auf dieser Debüt-CD:Als „nachdenkliche akustische Musik“ haben „Vorteilspack“ auf Facebook das umschrieben, was sie da komponieren und zu Gehör bringen. Es sind Lieder mit ganz erstaunlicher Ausdruckskraft, auf handwerklich hohem Niveau. Songs, die nach innen horchen und das Erlauschte mal leise, mal kraftvoll nach außen dringen lassen und von Anfang an eine eigene Handschrift erkennen lassen: „Natürlich hören wir viel andere Musik, lassen uns vor allem von guter inspirieren“, sagt Max und nennt ein paar Säulenheilige der Rock-Geschichte – in eine Schublade à la „klingt wie...“ möchten die Drei aber höchst ungern gesteckt werden. Die schreibende Presse bedient sich eben gerne solcher kategorisierenden Vorlagen, wenn sie etwas nie Gehörtes einordnen soll. „Vorteilspack“ will sich auch nicht von irgendwelchen Erwartungen bedrängen lassen: „Es soll ja weiter Spaß machen“, meint Max.

Die inzwischen schon bekanntere Oberammergauer Gruppe „Kofelgschroa“ hat das gleiche Problem mit dem Professionalisierungsdruck, man titulierte sie schon in blanker Hilflosigkeit als „bayerische Krautrocker“, und ständig sollen sie ihre Musik auch noch wortreich erklären. „Den Film über Kofelgschroa will ich mir noch anschauen“, sagt Max. Er selber will sich Zeit lassen mit der Beantwortung der Frage nach einer Laufbahn als Berufsmusiker. Im Sommer ging es noch schön entspannt und regional zu, bei vielen Open-Air-Auftritten, u.a. mit den befreundeten Kollegen von „Jamaram“. Die wohnen „gleich um die Ecke“ in Herrsching. Ein fruchtbares Pflaster, genau wie der „Alte Bahnhof Steinebach“. Die Band stellt hier heute sieben neue Songs vor, Ergebnis auch der Sing-a-song-writer-Klausur auf der einsamen Berghütte: Lieder, die sich manchmal so lebenserfahren und abgeklärt anhören wie bei 30-jährigen, manchmal aber noch nach gerade zu Ende gegangener Kindheit und Nabelschau klingen – eine spannende Mischung steter Veränderung schimmert da durch. Das Publikum im drangvollen „Alten Bahnhof“ hält den Atem an, so fein gesponnen sind die Kompositionen, so wenig prätentiös. Da sitzen jetzt also gleich drei junge Männer mit ihren Gitarren und den anderen Instrumenten auf der Bühne und sind die Ruhe selbst. Na gut, vielleicht ein Bier, zur Lockerung.

www.facebook.com/Vorteilspack

 

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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