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Wir wollten mal was fragen: Anton G. Leitner

Er ist Dichter, Verleger, Veranstalter und literarischer Tausendsassa: ohne Anton G. Leitner wäre das Fünfseenland in mancherlei Hinsicht ärmer. Der in Wessling geborene und aufgewachsene Leitner ist ein echtes Original und ein originärer Fünfseenlandbewohner. Schon als Jugendlicher befasste er sich mit Lyrik, stellte auf Lesungen eigene Gedichte vor und gründete als Student die Initiative Junger Autoren, aus der so bekannte Schriftsteller wie Friedrich Ani hervorgingen. Seit 20 Jahren gibt er die Lyrikzeitschrift „DAS GEDICHT“ heraus und veranstaltet Lyrikseminare, groß angelegte Lesungen und den Dichterwettstreit um den einmal jährlich verliehenen Hochstadter Stier.
 
Seit wann leben Sie im Fünfseenland?
Seit ich denken kann, also seit rund 53 Jahren.
 
Warum sind Sie immer noch hier?
Weil ich in etwa so gerne verreise wie mein Idol Karl Valentin. Und weil das Großdorf München vor der Haustüre liegt.
 
Was machen Sie hier?
Ich beschäftige mich fast rund um die Uhr mit Lyrik und lebe seit Jahrzehnten von und mit der Liebe zur Poesie. Meine Zeitschrift DAS GEDICHT lockt tatsächlich eine Menge Lyrikbesessener hierher. Inzwischen reisen die Gäste zu meinen GEDICHT-Seminaren in Hochstadt regelmäßig bis aus Kanada an. Joachim Sartorius, der damalige Intendant der Berliner Festspiele, hat einmal gesagt, ich hätte Weßling zum Hauptdorf der deutschen Poesie gemacht. Wahrscheinlich hat er recht. Ich hole die Leute lieber aus der ganzen Welt her, als dass ich zu ihnen reise.
 
Ost- oder Westufer?
Ich wohne am Stocket-Wäldchen in Weßling, 3 Gehminuten vom Westufer entfernt.
 
Welcher See?
Am herzförmigen Weßlinger See, den man täglich in 35 Minuten umrunden kann und der auch wegen seiner Nähe zum S-8 Bahnhof Weßling gerne als Badewanne Münchens bezeichnet wird. Eine mitunter veralgte Badewanne, in der sich auch riesige Waller, Karpfen und Hechte tummeln.
 
Das Fünfseenland in einem Satz?
Wenn das Wetter schöner wäre und die Leute weniger von der „Mia san mir“-Mentalität geprägt, wäre das Fünfseenland das kleine Paradies von Deutschland.
 
Was muss man im Fünfseenland gesehen haben?
Den relativ natürlich gebliebenen Ort Dießen am Ammersee, letzterer auch „Bauernsee“ genannt.
 
Wo ist Ihr Lieblings(kultur)ort im Fünfseenland?
Der Gasthof Schuster in Hochstadt mit seinen begeisterungsfähigen Wirtsleuten Christine Reithmeier und Norbert Harter ist meine hiesige „Lyrikhochburg“. Da halte ich meine Seminare ab, bringe ich meine Gäste unter. Ich liebe den Schuster-Biergarten als kleinsten Open-Air-Spielort des Fünf-Seen-Filmfestivals (mit unserer Reihe „Gedicht und Film“) und den Saal des Gasthofes als Austragungsort unseres alljährlichen Lyrikwettbewerbs um den „Hochstadter Stier“ (am jeweils letzten Samstag im Monat Januar).
 
Wer ist Ihr Lieblingskünstler im Fünfseenland?
Die Schauspielerin Marianne Sägebrecht, weil sie im Kultfilm „Out of Rosenheim“ bayerische Natürlichkeit und Mitmenschlichkeit bis in die Wüste Kaliforniens bringt, alles unter der Prämisse „Leben und Leben lassen“.
 
Mit welchem Bewohner des Fünfseenlands würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Ich würde gerne einen Tag lang so gut singen und musizieren können wie der Musikkabarettist Josef Brustmann aus Icking.
 
Wenn Sie ein Jahr lang König des Fünfseenlands wären, was würden Sie tun?
Ich würde Wohnraum für Familien und „normale“ Menschen schaffen, diesen Wohnraum bezahlbar halten, damit alle, die von hier stammen, auch hier bleiben können und alle, die hier arbeiten, es sich leisten können, hier zu wohnen. Ich würde alles tun, um den Zuzug von Neureichen, insbesondere aus dem Managementsektor, zu stoppen. Diese Leute kaufen sich denkmalgeschützte Villen mit historischem Kontext und verschandeln sie früher oder später durch ihre Sanierungs- bzw. Verzierugsmaßnahmen mit ihrem fehlenden Geschmack. Noch schlimmer ist es, wenn sie als Bauherrn auftreten und ihre architektonischen Träume verwirklichen. Ein „beeindruckendes“ Beispiel in dieser Hinsicht ist die Obere Seefeldstraße in Weßling, die drastisch zeigt, dass Geld und guter Geschmack offenbar selten zusammengehen.
 
Wer wären Ihre Minister?
Marianne Sägebrecht (transatlantische Beziehungen / STAr-Botschafterin), Matthias Helwig (fimische Kultur und verfeinerte Lebensart), Josef Brustmann (politische Stimm-Bildung / Kultus, Wein, Weib und Gesang), Dr. med. Felizitas Leitner (Gesundheit, Wirtschaft und Verkehr sowie Verkehrsberuhigung), Christine Reithmeier und Norbert Harter (Versorgung und Zentraler Tagungsort für alle Kabinettssitzungen).

Mehr zu Anton G. Leitner finden Sie hier: 
www.antonleitner.de | www.aglv.com
Im Blog der Kulturwelle5 über den Gedichtband
Kopf.Bahnhof“ oder den 6. Lyrikwettbewerb Hochstadter Stier
 


Weitere Interviews mit Persönlichkeiten der Region finden Sie hier
 

Über den Autor

Sabine Zaplin (sz)

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