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Die Kolpingbühne glänzt: „Und ewig rauschen die Gelder“

Kaum hat die nichtsahnende Ehefrau Linda (Kirstin Siems) morgens die Wohnung verlassen, ist Erich Schwan (Bernhard Wulff) wieder ganz in seinem Element – denn fleißig macht er sich weiter daran Sozialleistungen zu ergaunern. Zwei Jahre ist er nun schon arbeitslos, bringt es aber nicht übers Herz, seiner Frau das zu gestehen. Die glaubt weiter, dass er jeden Morgen pünktlich zur Arbeit geht. Doch die Sache wird zu groß, droht ihm über den Kopf zu wachsen – und er will seine vielen erfundenen „hilfsbedürftigen“ Hausbewohner einen nach dem anderen „sterben lassen“... 

Klar, dass das nicht so einfach ist und der Plan auch nicht so einfach aufgeht, schließlich sind wir hier inmitten der turbulenten Verwechslungs- und Verwandlungskomödie „Und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney, die hier ihren Lauf nimmt und die von der Kolpingbühne Starnberg am Donnerstagabend vor vollem Haus und begeistertem Publikum Premiere feierte.

Letztes Jahr erst haben die Macher der Kolpingbühne für „Die Bettleroper“ – ihr Jubiläumsstück zum 50jährigen Bestehen – den Bayerischen Amateurtheaterpreis erhalten. Dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, haben sie mit ihrem aktuellen Bühnenstück „Und ewig rauschen die Gelder“ mehr als deutlich bewiesen. Seit zwei Monaten hat das engagierte 40-köpfige Ensemble der Kolpingbühne das Stück dreimal die Woche abends geprobt und so manche Entbehrung dafür in Kauf genommen. Doch das Ergebnis war die Mühe wert, das neue Stück ein voller Erfolg – und die Zuschauer hatten ihre wahre Freude am Bühnengeschehen.

Denn wie es so oft kommt es anders als man denkt, und ausgerechnet jetzt, kurz vor der Umsetzung von Erichs Plan, steht plötzlich Herr Reimers (Michael Baumgärtner), Außenprüfer des Sozialamtes, vor der Tür.  Was tun? Erich weiht den Untermieter Harald (Hans Otto) in seine Machenschaften ein. Der spielt den arbeitslosen Holzfäller oder den tauben Klavierstimmer, für den Erich die Zahlungen vom Amt erhält; Erichs Onkel Georg (Franz Marschner), mit dem Erich einen lukrativen Handel mit vom Sozialamt ergaunerten Perücken, Stützstrümpfen oder Büstenhaltern in Übergröße betreibt, muss den Vermieter mimen, Frau Mutzenbacher (Julia Laubender), die Dame von der Fürsorge, pflegt ihr Helfer-Syndrom, während der Bestatter Herr Rosenkranz (Dennis Ciupek) sowie die Chefin von Reimers, Frau von Hahn (Claudia Cappel) das Wirrwarr komplett machen. Und natürlich darf auch das Ehedrama in dieser Tour de Farce nicht fehlen – um das Chaos komplett zu machen. Kaum zu glauben, dass sich in diesem Durcheinander alles letztendlich zu einem Happy End fügt.

Schließlich erscheint niemand prädestinierter für die Stelle des Prüfers beim Sozialamtes als Erich, der alle Kniffe beim Erschleichen von Sozialeistungen kennt. Text- und bühnensicher sowie mit komödiantischen Glanzpunkten meistern die Laiendarsteller die temporeiche Boulevardkomödie des Briten Michael Cooney. Dabei hat es Regisseur Josef Hiebl wieder einmal bestens verstanden, das Timing der Schauspieler präzise auf den Punkt zu bringen und zudem ein schlüssiges und stimmiges Bühnenbild entwickelt. Auch Gags, wie eine überschäumende Waschmaschine oder ein aktenvernichtendes Gewitter, wurden immer wieder effektvoll umgesetzt. Die Zuschauer im ausverkauften Kolpingsaal amüsierten sich prächtig und dankten mit langem und frenetischem Schlussapplaus.
 


www.kolpingbuehne.de | die weiteren Aufführungstermine 2014 auf einen Blick
 

Über den Autor

Wolfram Seipp ()

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