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Höchst passende Worte: Kulturpreise 2014 des Landkreises

„Wir brauchen Schönheit“, sagt die Malerin Sabine Berr. Die Kulturpreisträgerin 2014 des Landkreises Starnberg (ausgezeichnet mit 4.000 Euro, Urkunde und Blumenstrauß) brauchte bei der Verleihungsfeier im Landratsamt nur wenige Sätze, um die zahlreichen geladenen Gäste emotional zu berühren.

Die sehr naturverbundene Wesslingerin erinnerte in ihren Dankesworten daran, dass „wir hier einen wunderbaren Schatz haben, der unbedingt erhalten werden sollte“. Außer Sabine Berr finden an diesem sehr gelungenen, von Kulturreferentin Barbara Beck organisierten Abend auch die weiteren Preisträger und ihre jeweiligen Laudatoren passende und einfühlsame Worte: Gautings Altbürgermeisterin Brigitte Servatius würdigt zunächst die Trägerin des „Anerkennungspreises 2014“, die Malerin, Kunsttherapeutin und Werkleiterin Ursa Wilms, als buchstäblich „bärenstarke, kraftvolle Persönlichkeit. In zwölf Jahren Tätigkeit im Gautinger Mädchenheim habe die gebürtige Rheinländerin den jungen Frauen dieser therapeutischen Einrichtung über den Weg des Zeichnens und Malens und der Musik „dabei geholfen, ihren guten Kern zu finden und zu stärken“. Dieser von Ursa Wilms über Jahre hinweg genutzte „Kraftgeber Kunst“, so Servatius, habe auch durch Öffnung der Einrichtung nach außen dazu beigetragen, dass die Gemeinde und das Mädchenheim zueinander fanden: „Sie gehören zu uns nach Gauting“, zog die Altbürgermeisterin Bilanz. Wilms bedankte sich mit launigen Anmerkungen für die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung: „Es ist auch ein Glücksfall, dass ich diese Stelle damals gefunden habe. Ich wäre ein anderer Mensch, wenn ich nicht malen würde, und freue mich, dass ich hier so absahnen durfte.“

 

 

Herrschings Bürgermeister Christian Schiller war es vorbehalten, die mit dem „Kulturförderpreis“ (3.000 Euro) ausgezeichnete „Herrschinger Kunstgruppe“ in einer sehr pointierter Rede zu lobpreisen: Cristina Blank, Gesine Dorschner, Steffi Kieffer, Enno Müller-Spaethe, Stefanie Pietsch (bereits Trägerin des Starnberger Kunstpreises 2013), Monika Roll und Felix Maizet hätten durch ihre Ausstellungen in leer stehenden, abbruchreifen Häusern seiner Gemeinde („u.a.“ Kunst im Einbauschrank – eine kreative Zwischennutzung“) laut der Fach-Jury „für Events mit Kunsthappening-Charakter“ bzw. „neue Formen der Kunstpräsentation“ gesorgt, zitierte Schiller: „Besser hätte ich das auch nicht ausdrücken können!“ Herrschings Bürgermeister vergaß auch nicht zu erwähnen, dass er selber „Opfer“ des Video-Künstlers Felix Maizet geworden war, der den Rathaus-Chef unter der Überschrift „Schiller liest Goethe“ an allen möglichen und unmöglichen Orten seiner Gemeinde aus Reclam-Heften hatte vortragen lassen. „Wir werden's wieder tun“, kündigte Enno Müller-Spaethe im Namen der geehrten Künstlergruppe ähnlich Wagemutiges für die Zukunft an.

Dr. Ute Schad, Autorin und Sozialwissenschaftlerin im Bereich soziokulturelle Projekte und langjährige Freundin der Kulturpreisträgerin Sabine Berr, hatte sich in einem langen Vorgespräch mit der Malerin auf ihre Laudatio vorbereitet und destillierte Berrs „künstlerisch Ernsthaftigkeit“ in den Worten: „Ihr großes Sujet ist die Natur und deren Formenvielfalt (…) Sie entdeckt ihre Motive dort, wo andere nichts sehen, ein Suchen und Finden der Schönheit in der Natur, ohne romantische Verklärung und Postkartenidyll.“ Sabine Berrs spirituelle Annäherung erinnere die Menschen zugleich daran, dass sie Teil dieser Natur und Teil der Prozesse vom Werden und Vergehen sind.
 

 

Für Aufsehen sorgten neben den Preisträgern auch die an „Simon & Garfunkel“ erinnernenden musikalischen Begleiter des Abends, die eigentlich aus drei jungen Herrschingern bestehende Formation „Vorteilspack“, die heuer den Jugendbandwettbewerb des Landkreises gewonnen hatte: Jonas Dannecker und Jacob Schuster (Max Grüner fehlte diesmal wegen einer Südamerika-Reise) ließen mit ihren selbst komponierten Liedern und einem Beatles-Song nicht nur Landrat Karl Roth aufhorchen. Der glänzte seinerseits mit Worten, die dieser Veranstaltung und den durchökonomierten Zeiten höchst angemessen waren: „Wir wissen, dass Vielfalt in der Kultur maßgeblich davon abhängt, dass genügend Künstlerinnen und Künstler umsetzen können, was sie in sich spüren und was sie treibt. Nicht selten stehen Kulturschaffende vor der Herausforderung, von ihrer Kunst nicht leben zu können, mit kunstfremden, zeit- und kraftraubenden Jobs wertvolle Zeit zu verlieren. Trotz fundierter Ausbildung und langjährigem künstlerischem Schaffen reicht die Arbeit oftmals nicht aus, den Lebensunterhalt zu sichern.“ Wir brauchen mehr Schönheit im Landkreis.

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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