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Jenseits von Laptop und Lederhose: Bildband "Oberbayern"

Lederhosen, Bier und Alpenglühen: es kursieren viele Klischees und Vorurteile über das, was Oberbayern ausmacht. Ein Buch, das mit diesen oft falschen oder zumindest selten hinterfragten Vorstellungen aufräumt, war längst überfällig. Jetzt ist es erschienen und gerade für die Bewohner des sogenannten Bilderbuchlandkreises Starnberg eine unbedingt lesenswerte Lektüre: „Oberbayern: Vielfalt zwischen Donau und Alpen – jenseits des Klischees“ lautet der Titel des von Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler herausgegebenen Bildbandes, der im Volk Verlag erschienen ist.
 
Der 1959 in Dachau geborene Historiker, Filmregisseur, Autor und „Turmschreiber“ Norbert Göttler ist seit dem 1. Januar 2012 Bezirksheimatpfleger. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei, neben dem Denkmalschutz und der Denkmalpflege, der Literatur – ein Aspekt, der ihn von seinen Vorgängern unterscheidet. So verwundert es nicht, dass in dem von ihm herausgegebenen Bildband „Oberbayern“ neben vielen Historikern und Kunstgeschichtlern auch Schriftsteller wie der Gautinger Gerd Holzheimer zu Wort kommen. In einem Kapitel zum Thema „Religion und Toleranz“ mit dem Titel „Nimm halt!“ schreibt Holzheimer in der ihm eigenen satirisch-philosophischen Art über die Ambivalenz eines tradierten und in der ländlichen Architektur verwurzelten Glaubens und der säkularen Umgebung. „Das Verhältnis der Bayerischen zu ihrem Herrgott definiert der große bayerische Dichter Oskar Maria Graf so: Wir Bayern sind kein gottesfürchtiges, sondern ein gottesanhängliches Volk.“

Zentral gelegenes architektonisches wie kulturelles Zeugnis dieser Anhänglichkeit ist das mitten im Landkreis Starnberg gelegene Kloster Andechs mit seiner kirchlichen wie auch der Brau-Tradition. Immer wieder ist in den einzelnen Kapiteln, die sich mit Themen wie der Beziehung zwischen Stadt und Land, der Bildenden Kunst, Brauchtum und Musik, Tracht und Mentalität beschäftigen, vom Kloster Andechs die Rede.

Aber auch andere Aspekte, die im Landkreis Starnberg wie im übrigen Oberbayern sich in die Kulturlandschaft hineingeschrieben haben, werden betrachtet und kommentiert. So schreibt Bernhard Schoßig in dem Kapitel „Lernen und Gedenken. Orte der Zeitgeschichte“ unter anderem über das Stationenmahnmal zum sogenannten Todesmarsch, das der Künstler Hubertus von Pilgrim aufgrund einer Initiative des Gautinger Altbürgermeisters Ekkehard Knobloch und Bürgerinnen und Bürgern des Würmtals geschaffen hat. Und Klaus Reichold wirft in dem Kapitel „Überraschende Vielfalt. Die Kulturlandschaft Oberbayern“ einen kritisch-liebevollen Blick auf den Starnberger See, der immer wieder „als Königskulisse“ dienen musste und sich dennoch „zum beliebtesten Ausflugsziel weit und breit“ entwickelte.

Ein besonders schön zu lesendes Kapitel ist „Die Lust an der Selbstinszenierung. Menschen, Typen, Szenen“ von Gerd Holzheimer, in dem der Gautinger sich in liebevoller Weise über die Menschen in Oberbayern seine Gedanken macht und dabei eine ganze Reihe von gängigen Klischees geschickt wiederlegt. „Oberbayern: Vielfalt zwischen Donau und Alpen – jenseits des Klischees“ gehört unter jeden Weihnachtsbaum.
 


www.volkverlag.de/shop/oberbayern

Über den Autor

Sabine Zaplin (sz)

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