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Musik für die Nachbarn: Benefit Concert for Refugees

Was ist, wenn aus „den Flüchtlingen“ plötzlich Nachbarn werden, Menschen mit Namen und Geschichten? Dann ist man auf einmal bereit, sich direkt zu engagieren und vielleicht vor Weihnachten den einen oder anderen Traum wahr werden zu lassen. So geschehen am Samstagabend bei einem „Benefit Concert for Refugees“, das junge Leute aus Starnberg unter der Schirmherrschaft von Kulturveranstalterin Elisabeth Carr auf die Beine gestellt haben.

Die Foto-Studentin Hanna Schlüter aus Starnberg wollte für ein Projekt an der Uni „die Flüchtlinge“ fotografieren – und weil sie aus Starnberg ist, besuchte die jungen Männer verschiedener Nationalitäten, die im Asylbewerberheim im Mühltal leben. Der 28-jährige Kelly aus Nigeria erzählte ihr seine Geschichte von der Flucht übers Meer, von der Ankunft in Lampedusa, von seinem Leben auf der Straße in Italien und seiner Reise nach Deutschland im Oktober 2013. Kelly lebt für die Musik, er träumt von einer internationalen Karriere als Rapper und von Auftritten in großen Stadien. Derzeit wohnt er mit ungewisser Zukunft im Mühltal. Auf einer Party hatte Kelly auch die beiden jungen Weilheimer DJs Benedikt Matern und Benedikt Thedorff alias „Klangdynastie“ kennengelernt, die ihn mit Beats für seine Songs versorgen. Auch die kultige Starnberger Band „Rapport“ komponierte einen Song für Kelly, der sich als Musiker „Observer Entertainment“ nennt. Und schließlich drehte die Kunststudentin Elena Carr das Video „Death Dialogues“ über eine junge Asylbewerbin, die Nigerianerin Damilola Adex, die seit zwei Jahren im bayerischen Asylverfahren feststeckt: „I can't work, I can't do anything, I only sleep and eat – can you imagine?“, fragt sie in dem Film, der am Samstagabend vor dem Konzert gezeigt wurde und gleichsam die Situation jedes einzelnen der vielen anwesenden Flüchtlinge beschrieb. Zumindest für Kelly ist ein kleiner Anfang gemacht: Wochenlang hatte er sich auf seinen Auftritt vorbereitet, jetzt durfte er endlich auf der Bühne stehen und seine Lieder vor Publikum singen. 

Und auch seine Mitbewohner, die mit ihm im katholischen Pfarrzentrum in Starnberg feierten, werden von dem Benefizkonzert profitieren: Nicht nur „Rapport“ und „Klangdynastie“ spielten für die Asylbewerber, auch die Jazz-Formation „Justyn Time“ und der aus Aruba stammende Reggae-Musiker Wally Warning und seine Tochter Ami verzichteten für den guten Zweck auf ihre Gage.

Weitere Aktionen sind geplant, unter anderem ein Tag der offenen Tür im Mühltal am 24. Januar 2015 und ein weiteres Konzert im Sommer. Wer sich für die Asylbewerber engagieren will, kann eine Mail an asyl-muehltal@gmx.de schreiben oder auf ein bei der Caritas eingerichtetes Spendenkonto unter dem Stichwort „Asylbewerber Mühltal“ spenden: Kreissparkasse München – Starnberg – Ebersberg, Konto 430076679, Bankleitzahl 70250150.

 


Mehr Bilder von dem Abend finden Sie hier in unserer Galerie.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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