Der Titel ist Programm.
Die Story: Ein Filmteam reist nach Italien zum Dreh. Worum es in diesem Film im Film geht, ist offen, denn die junge Regisseurin Nike Rabenthal (Alice Dwyker) improvisiert gerne und dreht mal ins Blaue hinein.
Da ist ein Philosoph (Vadim Glowna), der erfundene Sohn des großen Wittgenstein, der ein Haus in Italien hat und zu dem Eva, Josephine und Laura (Esther Zimmering, Janina Rudenska und Elisabeth-Marie Leistikow) reisen. Dann tritt noch ein Mönch in Erscheinung, der sich von seinem Abt für drei Wochen beurlauben lässt, um die drei Mädels über den Sinn des Lebens aufzuklären und die wollen doch mal testen, wie weit es her ist mit seinem Glauben. Es gibt einen stummen Fischer, der seine schönsten Stunden gerne in einer Höhle mit schönen Frauen verbringt und einen Tonmeister, der Alkoholiker ist und von der ehrgeizigen Regisseurin zu einem Glas Wein verleitet wird. Nike bastelt an ihrem Lebensdrehbuch und erfindet ihren Film ganz spontan. Schnell vermischen die Ebenen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, wie es halt so ist bei Drehen. Schöner Stoff eigentlich und gut für eine Sommerkomödie, auch in den Charakteren gut gezeichnet, aber bei allem philosophischen Anspruch – neben Nietzsche und Wittgenstein wird noch Heraklits „Alles fließt“ bemüht – eine zähe und fade Sache wie ein Kant-Text.
Denn alles fließt und versandet im Nichts – das steht als Aussage über diesem Film, bei dem jede Handlung ins Leere läuft. Das ist langweilig trotz eruptiver Bettszenen. Was herauskommt, ist ein melodramatisches Monstrum mit fatalistischer Grundeinstellung und man sehnt das Ende herbei. Die Zuschauer verließen vor der Diskussion mit dem Regisseur geradezu fluchtartig den wegen des schönen Wetters ohnehin mager besuchten Kinosaal und die Lust auf mehr von Rudolf Thome, auf den Film „Rote Sonne“ beim FSFF, der im Anschluss lief, war verpufft.
Der letzte Film mit Vadim Glowna läuft nochmal am 2. August um 17.00 in Seefeld.
Die Kulturwelle⁵ ist unter Schirmherrschaft
des Starnberger Fünf-Seen-Lands