Es ist längst eine schöne Tradition geworden: Die Eröffnung der GEDOK-Ausstellung im Juni gehört seit bald einem Vierteljahrhundert zur Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Und auch unter den zwanzig Teilnehmerinnen, die alle in der 1926 als „Gemeinschaft von Künstlerinnen und Kunstfreunden“ gegründeten GEDOK organisiert sind, sind nicht wenige, die sich jedes Jahr wieder in Tutzing präsentieren.
Ulrike Prusseit zeigt im Clubraum der Akademie Papierarbeiten in Mischtechnik aus der Serie „Der Starnberger Golem“. Ursel Steglich-Schaupp stellt Gemälde aus, in denen zum Zeichen reduzierte Boote aus blautonigen Bildräumen auftauchen. Marion Kausche hat in diesem Jahr mit einem starkfarbigen abstrakten Gemälde den sogenannten kleinen Speisesaal erobert.
Sehr unterschiedliche Fotografien sind in den Akademiegängen zu sehen: Waltraud Waldherr hat Fotos von Türen zu kleinen Collagen verarbeitet, Katharina Schellenberger hat die Fotografien von Hochglanzmodels zu schmerzhaft eindringlichen oder zart anrührenden Porträts übermalt. Von fotografischer Genauigkeit, jedoch allein mit malerischen Mitteln entstanden sind die großformatigen „Schwammtücher“ von Karen Linder. Elena Yanevska zeigt Makrofotografien von rostendem Eisen und Adidal Abou-Chamat untersucht mit ihren Fotos unter dem Titel „Borderlines“ kulturelle Abgrenzung und Ausgrenzung. Patricia Linke stellt auch in diesem Jahr Fotos von mit Spitzengardinen verhängten Fenstern in deutschen Städten und Vororten.
Unter den Zeichnerinnen bestechen vor allem die tuschefein-abgründigen Fantasy-Figuren von Nina Annabelle Märkl, die sich in komplizierten Beziehungsgefügen verstricken, ebenso wie die minimalistischen Landschaften, die Anne Fraaz-Unterhalt mit Rohrfeder und Tusche hinstrichelt. Kleine „versunkene Landschaften“ zeigt auch Doris Kreuzer und Ira Blazejewska hat in einer eigenwilligen Collage einen „Echttraum“ inszeniert. Reine Malerei oder Mischtechniken, Steindruck, immer wieder aber feinsinnige erzählerische Collagen ergänzen die höchst unterschiedlichen künstlerischen Positionen.
Eine Einzelstellung aber nehmen auch in diesem Jahr die Arbeiten von Iara Simonetti ein, die aus MDF-Platten scherenschnittartige Objekte aussägt, die sie anschließend mit Acrylfarbe bemalt. Menschliche Körper werden dabei auf physiognomische Fragmente reduziert und bilden doch auf überzeugende Weise Personen und ihre Emotionen ab.
Die Ausstellung ist bis zum Juni 2014 jeweils montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr zu besichtigen.
Die Kulturwelle⁵ ist unter Schirmherrschaft
des Starnberger Fünf-Seen-Lands