Leidenschaftlich und gestisch die eine, digital verfremdet der andere und mal realistisch und mal abstrakt der dritte: Die gemeinsame Ausstellung von Gabi Floß, Dieter Härtter und Brian Auspitz unter dem Titel „visueller Dreiklang“ in der Weßlinger Galerie Risse, ist eigentlich ein Vierklang und auf jedem Fall eine in höchstem Maße heterogene Ausstellung mit Arbeiten von erstaunlich divergierender Qualität.
Gabi Floß ist nach eigenem Bekunden eine „leidenschaftliche“ Malerin. IhreVorgehensweise ist gestisch und experimentell, auf der Leinwand will sie Gefühle ausdrücken. Der Bezug zur gegenständlichen Welt ist dabei mehr durch die Bildtitel als durch das Bild selbst gegeben: So besteht etwa die Arbeit „Favelas“ aus einer Vielzahl von bunten, von schwarzen Konturen umgebenen Farbfeldern und „Laichzeit“ ist eine im weitesten Sinn floral-ornamentale Komposition in dunklen Grüntönen. Die Malerin arbeitet in einer Öl-Acryl-Mischtechnik auf Leinwand. Bei einigen Arbeiten wird die Farbe zunächst pastos aufgetragen, dann werden mit einer Spachtel oder anderem Werkzeug Strukturen in die Farbschichten eingebracht.
Abstrahierte Natur sind die stillen Bilder des Fotokünstlers Dieter Härtter: Bäume waren seine ursprünglichen Motive bei vier von insgesamt neun Arbeiten. Das Nebeneinander einer Vielzahl von Baumstämmen wurde jedoch digital so verfremdet und mit Effekten unterlegt, dass daraus eine rhythmische Linienanordnung wird. Diese Fotoserie besticht insbesondere durch das opake, aber dennoch strahlende Licht, das den Bildern innewohnt. Für die zunächst völlig abstrakt wirkende kleine Arbeit „Fields“ wurde ein Luftbild auf Büttenpapier ausgedruckt und dann mit einem Stift weiter bearbeitet.
Brian Auspitz ist im Brotberuf Vergoldermeister, auch seine Bilder führt er mit Akribie aus. Wie die Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts geht er direkt in die Natur, um idyllische Dörfer, Uferszenen oder auch ein „Haus in der Toskana“ auf seine Staffelei zu bannen. Weitaus reizvoller als diese eher braven Bildchen sind jedoch seine minimalistischen „Strichzeichnungen“ auf kleinen Kartons oder die still-meditativen Streifenanordnungen, die schlicht nach den verwendeten Farben benannt sind: „Gelb auf Schwarz“ etwa oder „Gelb und Lila auf Grau“.
Die Ausstellung „Visueller Dreiklang“ ist noch bis zum 30. Juni jeweils Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr in der Galerie Risse in Weßling zu sehen.

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