Unter dem Titel „Traumwelten“ zeigt Iring de Brauw in den Galeriegängen der Seeresidenz Alte Post in Seeshaupt eine Auswahl neuer Bilder in Acryl auf Leinen und Papier. Viele von ihnen haben einen explizit religiösen Inhalt.
Iring de Brauw wurde 1938 in Ambach geboren, 1939 emigrierte er mit seinen Eltern nach Holland, der Heimat des Vaters. Nach einigen Umwegen, Ausbildungen unter anderem an der Meyerschen Hofkunstanstalt für Glasgestaltung in München, einem Kunststudium in Stuttgart und München und beruflicher Tätigkeit mit Schwerpunkt auf Glasmalerei kehrte er Mitte der achtziger Jahre in sein Geburtshaus am Starnberger See zurück. Seither ist er als Bildhauer und Maler im künstlerischen Leben der Region präsent, in Seeshaupt waren seine Arbeiten zuletzt 2010 zu sehen.
Mit einem Zyklus von großformatigen Bildern, auf denen Schiffe dargestellt sind, ist Iring de Brauw im Bühnenraum des alten Postsaals ohnehin Dauergast und somit dem Haus verbunden. Schiffe sind in seinen Bildern ein wiederkehrendes Motiv: „Ein ganz neues Schiff“ heißt eine Arbeit in Schwarz-Grau-Tönen, auf einer anderen Leinwand lässt der Künstler Schiffe über eine tiefe Schlucht hinwegsegeln – „Können Schiffe auch fliegen?“, lautet der Bildtitel. Überhaupt gilt es in diesen „Traumwelten“, solche Schluchten und Abgründe zu überwinden. Mal sind sie freilich wie sich öffnende Fenster zum Licht, dann wieder dunkle, drohende Kluften: „Die Welt braucht Brücken“ heißt ein Bild. Helles im Dunklen, einen Blick nach draußen – oder auch nach „drüben“ – gewährt der Maler immer wieder. Auf anderen Bildern kommt das Licht von oben, fährt aus dem Himmel direkt in eine Kirche oder erscheint als Lichtgestalt am Himmel. Wo Landschaften zu sehen sind, da gibt es auch kleine Kirchen, die von einer Lichtaura umgeben sind. Überhaupt sind die Landschaften symbolhaft aufgeladen: Bildtitel wie „Gotteshauch“ und „Unterwegs zum Glauben“ verdeutlichen, worum es dem Künstler geht.
Besonders reizvoll sind in dieser Ausstellung aber gerade die Bilder, in denen es um weniger Großes geht: kleinformatige, abstrahierende Stillleben auf Papier, hübsche grafische Spielereien, in denen der Künstler ein untrügliches Gespür für Form und Farbvariationen verrät.

Die Kulturwelle⁵ ist unter Schirmherrschaft
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