“Love is in the Air” James Rizzi in der Kunsthalle Seefeld

Bunt – lebensfroh – verspielt – so sind die Bilder von James Rizzi, dem legendären Pop-Art-Künstler, der als legitimer Nachfolger von Andy Warhol und Keith Haring gefeiert wird.

Rizzi wurde 1950 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren und lebte bis zu seinem Tod in der Metropole. Er studierte an der „University of Florida“ in Gainesville Malerei, Grafik und Bildhauerei. 1977 beteiligte er sich an der Gemeinschaftsausstellung „Thirty Years of American Printmaking“ im Brookly Museum, u.a. zusammen mit Andy Warhol und Roy Lichtenstein. Im Dezember 2011 ist er – erst 61 Jahre alt- gestorben. Heute gehört er zu den anerkanntesten Künstlern der USA. Nun zeigt die Kunsthalle Seefeld aus einer privaten Sammlungsauflösung wunderbare Blätter dieses begnadeten Zeichners, der mit seinen Wimmelbildern weltberühmt geworden ist.

Zur Ausstellungseröffnung am kommenden Sonntag wird der Kunstsammler Jurgen Peper erwartet, der Rizzi persönlich kannte und viel über ihn erzählen wird. Seit 1985 sammelte er Rizzis Bilder, erwarb sie zum Teil direkt in einer New Yorker Galerie, was sich auf den Rückseiten einiger Blätter nachweisen lässt. Die Ausstellung, die Jürgen Stenzel nun zeigt, ist fast schon so etwas wie eine kleine Retrospektive, sieht man doch Arbeiten der frühen 1970er Jahre bis 2005. Über drei Jahrzehnte seines Schaffen werden in einigen seiner wichtigsten und berühmtesten Bildern gespiegelt, so dass sich künstlerische Entwicklungen ablesen lassen.

Rizzi war ein manischer Zeichner, der tausende von Blättern mit seinen bunten Straßenszenen füllte. Die feine Linie der frühen Arbeiten ist im Laufe der Jahre langsam verschwunden. Später verwendete er für die Konturen Filzstifte, die Linien wurden gröber, Kontraste stärker, Farben greller und bunter, die Figuren  größer und verrückter. Und so manches Mal schleicht sich in dem ganzen Drüber und Drunter der überfüllten Straßen und Plätze auch Ordnung ein, Autos, die sich auf der Brroklyn Bridge hintereinander wie Perlen auffädeln, Hochhäuser die rhythmisch in den Himmel wachsen, als stecke eine musikalische Komposition  dahinter. In den späteren Arbeiten wurde auch die Technik der 3-D-Präsentation ausgefeilter und raffinierter. Immer aber ist Rizzi seiner Intention treu geblieben, nicht mehr zu wollen, als Vergnügen zu bereiten.

Wunderbare Museumsstücke sind in der Ausstellung zu sehen, auch einige Leihgaben wie „Der Washington Square Park von 1981“, sowie kleine, feine Preziosen im Miniaturformat. Nicht zu vergessen die ersten Magnetbilder, die Rizzi entwickelt hat, damit sich jeder „seinen“ Rizzi zusammenstellen kann. Und auf so manchem Blatt sieht man noch die Twin Towers hinter den Wolkenkratzern hervorblitzen.

Geöffnet jeweils Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Vernissage am Sonntag, den 11.11.12 um 11 Uhr. Begrüßung und Einführung durch Jürgen Stenzel, der Galerist der Kunsthalle Schloss Seefeld. Weitere Infos unter www.kunsthalle-schloss-seefeld.de

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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