Kim Märkl ist bekannt für ihre Hörbücher, mit denen sie Kinder in die Welt der Musik entführt. Der Resonanzboden ihrer Kompositionen sind märchenhafte Geschichten, die sich meist auf ein einziges Instrument beziehen. Mal sind die Erzählungen historisch verbürgt, mal frei erfunden, aber immer ist es das einzigartige Instrument mit seinem besonderen Klang, das das Erzählte charakteristisch und stimmungsvoll einfärbt und verortet.
„Mozarts Zaubernacht“ galt dem Klavier, die „Jazzträume in Cleveland“ dem Saxophon, „Die Tochter des Königs“ der Querflöte, „Stradivaris Geschenk“ der Geige, „Der Schlangenbeschwörer“ der Klarinette, „Das Lied des Torero“ der Gitarre. In ihrer neuesten Produktion ist das Schlagzeug das Instrument ihrer Wahl, das heißt, eigentlich sind es Trommeln, die nicht furios wirbeln müssen, sondern durchaus leise, zart und geheimnisvoll tönen können. „Soluns Vermächtnis“ entführt bilderstark und klangvoll in die magische Welt der Steinzeitmenschen und Höhlenmaler, der Schamanen und Jäger, von denen alle Kinder sich angezogen fühlen.
Grundaussage der Geschichte ist, dass der Mensch nur da zu seiner wahrer Bestimmung findet, wo er in Einheit mit der Natur lebt. Aber wie magisch, rätselhaft und voller Geheimnis kann doch eine Höhle sein. Hierhin zieht sich der junge Jäger Solun zurück. Das Refugium, in das er sich nur durch einen schmalen Felsspalt hineinzwängen kann, gleicht in seiner Größe einer riesigen Kathedrale. Hier greift er bei fackelndem Feuerschein zu seinen Kohlestiften und malt die Eindrücke der Jagd seines Stammes auf die Felswände. Nichts aus der Außenwelt mit seinen donnernden Hufen der aufgeschreckten Tiere dringt hier hinein, nur Wasser tropft perlend an den Felsen herunter, Klänge, wie geschaffen für ein Marimbaphon. Das knisternde Feuer wirft Licht- und Schattenspiele an die Wand, erweckt den Fels zum Leben, „als spielten die Götter Streiche“. Solun malt „mit Feuereifer“ bis die letzte Lampe in der Höhle erlischt. Dann legt er sich auf dem Bärenfell zum Schlaf hin und träumt….
Es ist eine zauberhafte Geschichte, in der nichts grell, laut und aufdringlich ist. Zu danken ist das auch dem Sprecher Christian Tramitz, der unaufgeregt, aber spannungsvoll das Erzählte zu gestalten weiß und den beiden Münchner Musikern Christian Pilz (Schlaginstrumente) und Natalie Schwaabe (Flöte), die mit ihrem Spiel die Geschichte atmosphärisch einfärben. Die Gestaltung des Covers übernahm wieder die Feldafinger Grafikerin Ina Kohlschovsky-Lang.
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