We miss Mango, gechilltes Sommerfeeling und Amélie Haidt

Verführerisch wie die Zauberfrucht, die immer dann am besten schmeckt, wenn sie nicht zu hart und nicht zu weich ist, präsentierte sich die Band „Miss Mango“  – der Name ist die Kurzform von „We miss Mango“ – bei ihrem zweiten Auftritt im Alten Bahnhof Steinebach.

Das beruhigende und leicht verdauliche Heimspiel für die aus Herrsching, Wessling und Umgebung stammenden fünf Musiker Daniel Scheffels (Schlagzeug), Robin Jermer (Bass) Lukas Häffner (E-Gitarre), Samuel Wootton (Percussions) mit ihrer Bandleaderin Amélie Haidt an der Spitze, sorgte für gechilltes Sommerfeeling vor winterlicher Bahnhofskulisse und vertrieb die Schneekälte aus den müden Knochen. Nach der Pause konnten sich die Freunde und Verwandten im etwas mager besetzten Publikum nicht mehr auf ihren Plätzen halten und es wurde zu südamerikanischen Sound abgetanzt.

Bandleaderin Amélie Haidt hat ihre Liebe zu Jazz, Soul, Funk, Rock und Pop in der Herrschinger Musikschule entdeckt, die sie seit ihrem sechsten Lebensjahr besucht hat. Schon als Kind stand sie zusammen mit Flow Weinhart auf der Bühne, ermutigt durch ihren Gitarrenlehrer und Musikschulleiter Karl Rellensmann. Immer noch komponieren die beiden ihre Stücke selbst, auch wenn es aus Zeitmangel jetzt etwas schwieriger wird. Flow studiert in Lienz Musik, Amélie in München an der Neuen Jazz School.

Auch die anderen Bandmitglieder – alle sind im Alter zwischen 19 und 24 – lassen sich als Profimusiker ausbilden und so war das, was die Band musikalisch geboten hat, technisch perfekt. Keiner überfordert sich, keiner geht an seine Grenzen, alle wissen, was sie können und zeigen es  unaufgeregt und selbstbewußt. Lukas Häffner legt jaulende Riffs hin, die Percussion malt sphärische Klänge oder rockt hart ab und Amélie Haidt singt charmant lächelnd und immer hingebungsvoll von ihrer Liebe zum Ozean. Ihr Sopran ist warm und tiefgründig, in den Höhen klar wie Wasser und bisweilen erinnert sie an Sissi Perlinger. Als Amélie Haidt wie Joan-Baez mit ihrer Gitarre allein vor dem Mikro stand und mit ihrer klar vibrierenden Stimme, in der noch viel Potential steckt, das Publikum verzauberte, da blieben die begeisterten „We love you“- Rufe nicht aus.

Wer diesen Abend versäumt hat, kann den Musikgenuss nachholen. „Miss Mango“ tritt am 23. Februar im Pfarrstadl in Wessling nochmal auf. Beginn 20 Uhr. Außerdem sei die erste und lang herbeigesehnte EP empfohlen, die demnächst erscheint.

Dieser Beitrag erschien am 9.2.2013 im Starnberger Merkur

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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